Pixel

In diesem Gastbeitrag unseres #HUBinsiders von Daniel Heinen von Die Foxies geht es um das Thema Storytelling.  Lest nun in den folgenden Abschnitten, was es mit Storytelling auf sich hat, worauf man achten sollte und lasst euch von prominenten Beispielen inspirieren.

Also nochmal kurz zum Anfang: Wir erinnern uns an Geschichten bis zu 22 mal besser als an Fakten

Und das ist ein Fakt! Glaubt ihr nicht? Dann machen wir doch einfach mal ein Experiment. Wer hatte Latein in der Schule? Wobei das nicht wichtig ist. Denn ich lehne mich mal weit aus dem Fenster und sage, dass sich selbst die Nicht-Lateiner unter euch in wenigen Augenblicken noch lange an die Übersetzung des Wortes „pauci“ erinnern werden.

Als ich Schüler war, hat mein Vater immer Vokabeln mit mir geübt. Jedes Mal fragte er mich irgendwann: „Daniel, was heißt pauci?“ Und jedes Mal fiel es mir nicht mehr ein. Dieses kleine, gemeine Wort wollte mir einfach nicht in den Kopf. Bis mein Vater eines Tages sagte: „Im Orchester gibt es WENIGE Pauken!“ Pauci heißt wenig oder wenige. Ich habe es nie wieder vergessen.

Dass ich mir das Wort nach dieser Eselsbrücke plötzlich merken konnte und weshalb ihr es hoffentlich auch nicht mehr vergesst, hängt mit unserer Art zu denken zusammen. Wir setzen Geschichten in Beziehung mit eigenen Erfahrungen. Und wir wissen aus Erfahrung: Im Orchester gibt es wirklich wenige Pauken.

Aber warum funktioniert Storytelling?

Storys wecken Emotionen durch Bilder in unserem Kopf und erleichtern es dem Gehirn, Informationen aufzunehmen. Wir erleben Geschichten mit, während wir sie hören. Wir erzählen sie sogar selber in unseren Gedanken weiter. Deshalb sehen wir das Orchester mit den wenigen Pauken jetzt gerade vor uns und hören vielleicht sogar im Geiste ein Stück, in dem die Pauke oft zum Einsatz kommt.

Wie ich mir diese bis dahin so gehasste Vokabel merken konnte, so machen es natürlich auch die Big Player wie Apple, Facebook, YouTube, die Filmindustrie und viele weitere große und kleine Unternehmen. Sie formulieren die sogenannte Flash Fiction. Eine Story wie ein Blitz, einen kurzen Satz, der so viel wie nötig preisgibt und die Vorstellungskraft der Zielgruppe anregt, damit sie sich die Geschichte, jeder auf seine Weise, selber erzählen.

Ein paar Beispiele:

Apple vermarktete im Jahr 2007 seinen ersten iPod mit dem Slogan „1.000 songs in your pocket“. Sofort wusste jeder, was einem dieses kleine Ding bringt, welche Vorteile man dadurch hat. Man konnte endlich ALLE seine Songs immer dabei haben, ganz bequem in der Hosentasche. Vor allem für die Walkman-Generation eine Riesen-Erfindung.

2005 ging YouTube online. Auf die Frage, was das denn genau sei, antworteten die Erfinder: „Flickr for videos.“ Flickr als Fotoplattform war schon bekannt. Durch den Vergleich wusste sofort jeder, was YouTube für Möglichkeiten bietet.

Ein „kleineres“ Beispiel sind die Foxies, der Zusammenschluss aus Freiberuflern, in dem ich arbeite. Da wir sehr breit aufgestellt sind – Social Media Strategien, Content-Erstellung, Employer Branding, externe und interne Kommunikation etc. – haben wir in einer Flash Fiction unsere Vision zusammengefasst: „Wir wollen, dass jeder, der etwas zu sagen hat, gehört und verstanden wird“.

Wie finde ich meine Vision?

Mit dem Golden Circle. Dafür beantworten wir drei Fragen: Was, wie, warum. Die erste und zweite sind relativ einfach zu beantworten, die dritte ist schon viel schwieriger.

Image result for golden circle sinek png

 

Beispiel Harley Davidson:

  • Was: Wir bauen klassische Motorräder.
  • Wie: Alles, was wir tun, tun wir mit dem Bekenntnis, außerordentliche Kundenerfahrungen zu schaffen. Durch innovative Produkte, Präzision, in der Herstellung und unser starkes Händler- und Lieferanten-Netzwerk.
  • Warum: Träume von persönlicher Freiheit erfüllen.

Beispiel Apple:

  • Was: Wir machen großartige Computer.
  • Wie: Unsere Produkte sind schön designt und nutzerfreundlich.
  • Warum: Bei allem, was wir tun, glauben wir daran, den Status quo infrage zu stellen. Wir glauben daran, anders zu denken.

Große Redner und Unternehmer wie Steve Jobs, Barack Obama, Martin Luther King und viele weitere haben in ihren Vorträgen immer mit dem Warum begonnen, mit ihrer Vision, ihrer Passion, ihrer Leidenschaft. Deshalb kleben wir an ihren Lippen. Deshalb kaufen die meisten den iPod und keinen anderen MP3-Player, der sicher genauso gut ist. Deshalb schauen wir dem Rocker auf seiner Harley hinterher und denken: „Muss das ein geiles Gefühl sein!“

Übrigens ist beim Warum wichtig: das innere (Motivation des Unternehmers, Redners, der Marke) und das äußere (Nutzen für die Kunden, Bedürfnis der Zuhörer) zu vereinen. Die Träume von persönlicher Freiheit bei Harley Davidson gelten für die Firma und die Käufer gleichermaßen.

Und jetzt ohne Pfuschen: Was heißt pauci?

Ihr wollt eure Geschichte erzählen, direkt die Tipps in die Tat umsetzen oder habt Best-Practices die Ihr mit der ruhr:HUB Community teilen wollt? Dann schaut doch mal in unserer Gruppe Made with POTTential vorbei. Hier trefft ihr auf Gleichgesinnte der Start-up Szene Ruhrgebiet und könnt euch untereinander vernetzen, Fragen stellen, von der Expertise in unserem Netzwerk profitieren, Verstärkung für’s eigene Start-up Team suchen, und und und!

Bleib' auf dem Laufenden!

Noch mehr Start-up Trends, Events & News gibt es in unserem monatlichen What’s HUB Newsletter. Das Lifestyle-Format für alle die Start-up können.

Vielen Dank!