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In der startupweek:RUHR hatten wir das große Vergnügen dem Vortrag von Serial Entrepreneur Sebastian Deutsch (9elements) zu lauschen, der von seinen „Lessons Learned“ berichtet hat. Zwei Stunden lang hörten wir dem erfahrenen Unternehmer aufmerksam zu und waren uns einig: Diese Learnings sollten wir mit euch teilen. Bei der Gründung eines Start-ups gibt es viele Dinge, die man vermeiden kann, sofern man unterschiedliche Aspekte berücksichtigt. Wir teilen die wichtigsten Erkenntnisse von Sebastian und uns mit euch, damit ihr einige Fehler gar nicht erst machen müsst. 😉

 

1.    Eine gute Idee ist NICHT gleich ein gutes Geschäftsmodell.

Eine gute Idee zu haben, ist eine Hauptvoraussetzung für die Gründung eines Unternehmens. Aber woher weiß man was eine gute Idee ist?

Grundsätzlich halten sich viele Gründer an den Leitspruch: „Make something that people WANT“. Tatsächlich reicht dies aber noch nicht aus, für ein erfolgreiches Geschäftsmodell. Die Herausforderung, der man sich eigentlich stellen muss, heißt „Make something that people WANT TO PAY FOR“.  Jede Idee muss in ein Konzept übersetzt werden, wofür potentielle Kunden bereit sind Geld auszugeben. Ohne diesen Ansatz hat man vielleicht ein gutes Produkt, allerdings kein wirklich gutes Geschäftsmodell. Der erste, ressourcenschonende Prototyp sollte also mit eingeschränkten Funktionalitäten iterativ die Kundenakzeptanz und entsprechende Bedürfnisbefriedigung vorab testen (gemäß den Methoden von Eric Ries‘ Lean Startup).

Merke: Eine Idee alleine macht noch kein erfolgreiches Start-up. Es kommt viel mehr auf die Kombination von Idee, Umsetzung und dem Team an. Ein gewisser Anteil von Glück spielt natürlich wie so oft im Leben auch immer eine Rolle.

 

Tipp 1: “There is no Failure. Only Feedback.”

Um seinen Erfolg nicht nur vom Glück abhängig zu machen, ist gutes Feedback wichtig. Feedback sollte man jedoch nicht nur von Kunden, sondern von verschiedenen Stakeholdern einfangen. Diese können hilfreiche Tipps, Anregungen oder weitere Kontakte liefern. Habe keine Angst deine Idee könnte sofort geklaut werden – es gilt, wenn jemand mit deiner Idee erfolgreicher ist als du, dann hast du es nicht gut gemacht.

 

Tipp 2: Kein Business ohne Proof of Concept.

Als Erfolgsindikator kann man sich an folgenden Werten orientieren: Du bist auf dem richtigen Weg, wenn du ein Drittel der potenziellen Nutzer dazu bringst, innerhalb eines Monats nach dem ersten Kontakt für dein Produkt oder Service Geld zu zahlen. Dies trifft jedoch eher nicht auf B2B-Geschäftsmodelle zu.

Hilfreich ist zudem sich stets über die neuesten branchenspezifischen, aber auch branchenübergreifenden Technologieentwicklungen zu informieren, denn jede neue Technologie ist eine Chance: Suche nach Lücken in der Art und Weise, wie die Dinge gemacht wurden und wie sie gemacht werden könnten. Finde in diesem Zusammenhang heraus welcher (Mehr-)Wert mit deiner Idee wirklich geschaffen werden kann! Ist es ein echter „Painkiller“ oder doch nur ein „nice to have“?

 

Tipp 3: Wettbewerb ist erstmal GUT.

Hinsichtlich der Wettbewerbssituation kann mit gutem Recht behaupten, dass Wettbewerb an sich gut ist. Die Abwesenheit von Konkurrenz ist eher schlecht, da Wettbewerbsvorteile nicht klar dargestellt werden und potenzielle Kunden den Mehrwert der Lösung verkennen können. Für das subjektive Preisempfinden bildet diese Situation zudem eine Entscheidungsstütze.  Demnach sollte der Anspruch lauten: Versuche einfach immer mindestens ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber deiner Konkurrenz zu haben – in der Mehrzahl der Dimensionen deines Geschäftsmodells.

 

2.    Mitgründer aus derselben Fachrichtung.

Bei der Zusammenstellung eines erfolgreichen Teams, ist es besonders wichtig interdisziplinäre Kompetenzen zu vereinen. In der Regel bewährt sich laut Sebastian eine Dreiecks-Beziehung aus den folgenden Kompetenzen:

  • Design
  • Entwicklung/Software Developer
  • Vertrieb

Gründerteams aus drei Personen mit unterschiedlichen Kompetenzen lässt sich nur selten realisieren. Allerdings gilt als Faustregel, dass als Gründer zumindest in zwei Disziplinen Stärken vorweisen sollte. Idealerweise sollte der Co-Founder in mindestens einer anderen Disziplin stark sein als man selbst. Ein berühmtes Beispiel für diese Kombination sind Steve Jobs und Steve Wozniak: Steve Jobs war ein starker Verkäufer und hatte einen sehr ausgeprägten Sinn für Design. Steve Wozniak hingegen hatte großartige technische Expertise.

 

Tipp 1: Design Tools

In der heutigen Zeit ist es für jeden Laien auf anhieb möglich ein Design durch Tools wie Sketch oder Adobe Illustrator zu entwickeln. Dies ist vor allem wichtig für die Entwicklung eines ersten Prototypen oder Clickdummys um den potentiellen Kunden ein entsprechenden „Look & Feel“ des Services oder Produktes zu liefern.

 

Tipp 2: Lerne “Development”

Sofern man keinen technischen Hintergrund als Gründer vorweisen kann sollte man zumindest einen Mitgründer im Boot haben, der diese Kenntnisse besitzt. Unser Tipp: In der heutigen Zeit kann es allerdings nie schaden nebenbei etwas einfaches HTML zu erlernen. Dafür gibt es bereits eine große Auswahl an privaten Anbietern wie die CodeAcademy. Darüber hinaus ist es hilfreich Kenntnisse von „Ruby on Rails“ sowie „Technical Dept“ zu haben. Unter Technical Dept versteht man in der Programmierung zusätzlichen Entwicklungsaufwand. Dieser kann entstehen, wenn kurzfristig einfach zu implementierender Code verwendet wird, anstatt die beste Gesamtlösung anzuwenden.

 

Tipp 3: Kenne deine Vertriebs-Terminologie

Hierbei geht es ums verkaufen, verkaufen, verkaufen! Dabei sollte man den eigenen „Product/Market-Fit“, Wachstum (5%-7% pro Woche; über 10% ist sehr ungewöhlich) sowie die Analogie verwandter Geschäftsmodelle verstehen. In Marketinggesichtspunkten ist es logischerweise empfehlenswert Kenntnisse über den entsprechenden Markt (B2B, B2C), Vertriebskanäle (Online, Social, klassische Komunikation) und Marktdynamiken zu haben.

 

In diesem Zusammenhang wirst du immer wieder auf fachliche Begrifflichkeiten und Abkürzungen treffen, die (for Starters) im Folgenden erklärt werden:

  • CAC = Customer Acquisition Costs: Wie viel Geld muss ich in das Marketing stecken, bis jemand mein Produkt kauft?
  • CLV = Customer Lifetime Value: Wie lange wird mir ein Kunde Geld bezahlen, bis er sich umentscheidet und zu einem anderen Anbieter geht?
  • Retention = Wie süchtig macht dein Produkt bzw. Service?
  • DAU/WAU/MAU = Daily/Weekly/Monthly Active user: Wie viele tägliche, wöchentliche, monatliche Dauernutzer hast du?
  • Verstehe deine Traffic-Quellen: Woher kommen deine Nutzer?
  • CR = Conversion Rate: Wie viele deiner Nutzer werden zu Kunden?
  • ROI = Return on Investment: Verhältnis zwischen dem Nettogewinn und den Investitionskosten, die sich aus der Investition einiger Ressourcen ergeben

 

Ganz gleich welche Tipps und Empfehlungen für dich aus diesem Beitrag sinnvoll erscheinen oder nicht, der ruhr:HUB ist immer für eine persönliche Beratung da und kann dich auch an weitere Fachexperten weitervermitteln. Darüber hinaus kannst du gerne auch unserer Gruppe Made with POTTential nutzen. Hier triffst du auf Gleichgesinnte der Start-up Szene im Ruhrgebiet und ihr könnt euch untereinander vernetzen, Fragen stellen, von der Expertise in unserem Netzwerk profitieren, Verstärkung für’s eigene Start-up Team suchen, und und und!

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