Pixel

Start-up of the month – Februar 2020: talpasolutions

talpasolutions entwickelt eine digitale Plattform, die es Unternehmen aus der Schwerindustrie ermöglicht, ihre diversen Datenquellen – beispielsweise Maschinendaten, Wartungsreports, etc. – betriebswirtschaftlich zu nutzen.

Dazu bietet das Essener Start-up seinen Kunden ganzheitliche Unterstützung – von der Datenerfassung über die Aufbereitung, Analyse und Darstellung bis zur Ableitung von Handlungsempfehlungen.

Wir haben das Start-up für euch interviewt und mit dem Team über die Idee und die nächsten Vorhaben gesprochen.

Was ist Eure Geschäftsidee?

talpasolutions entwickelt eine digitale Plattform, die Unternehmen aus der Schwerindustrie ermöglicht, ihre diversen Datenquellen – beispielsweise Maschinendaten, Wartungsreports, etc. – betriebswirtschaftlich zu nutzen. Dazu bieten wir unseren Kunden ganzheitliche Unterstützung von der Datenerfassung über die Aufbereitung, Analyse und Darstellung bis zur Ableitung von Handlungsempfehlungen. Für die Entwicklung unserer Lösungen kombinieren wir bei talpasolutions das Fachwissen von Ingenieuren aus der Schwerindustrie mit der Expertise von Datenanalysten und Softwareentwicklern. Diese Kombination macht uns einzigartig und stellt sicher, dass wir für die Nutzer unserer Lösung in der Praxis wirklich relevante Mehrwerte bieten.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Zu unseren Kunden gehören Unternehmen, die an den verschiedensten Stellen der Wertschöpfungskette der Schwerindustrie aktiv sind – beginnend bei Komponentenherstellern, wie Motorenproduzenten, über Maschinenherstellern, bis hin zu den Maschinenoperatoren, wie Bergwerken. So bieten wir beispielsweise Herstellern von Großmaschinen, wie Hydraulikbaggern, Trucks und Radladern, die Möglichkeit, ihre Produkte zu vernetzen und mit einer Software auszuliefern, die unter anderem Kennzahlen und Handlungsempfehlungen aufzeigt oder Wartungsbedarf rechtzeitig meldet und prognostiziert. Auf Basis dieser Lösung sind Maschinenhersteller schnell in der Lage, ihren Endkunden individuell abgestimmte, datenbasierte Serviceangebote, wie verfeinerte Diagnose- und Reparaturlösungen anzubieten.

Der partnerschaftliche Ansatz bildet dabei die Basis für unser Geschäftsmodell. Unsere Vorgehensweise ist für die traditionell geprägte Schwerindustrie innovativ und bedeutet für unsere Partner tiefgreifende Veränderungen ihrer Denk- sowie Arbeitsweise. Das bringt eine Menge Verantwortung für talpasolutions mit sich. Durch strategische Partnerschaften mit den großen Playern der Branche, die die Potenziale der Digitalisierung erkannt haben, verändern wir im Rahmen einer tiefgreifenden Kollaboration die Marktbedingungen von innen. Diese Vorgehensweise stellt sicher, dass unsere Anwendungen relevant sind und messbare Mehrwerte für die Nutzer bringen.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee basiert auf unseren praktischen Erfahrungen mit der Bergbauindustrie. Artem und ich – also zwei von uns vier Gründern – haben schon während und nach unserem Studium des Bergbauingenieurswesens festgestellt, dass die Branche dringend digitale innovative Ansätze braucht. Sowohl im Bergbau als auch in anderen Sparten der Schwerindustrie ist man meist noch sehr analog unterwegs. Prozessrelevante Informationen und Optimierungen werden in seitenlangen Berichten ausgearbeitet und in Datensilos gespeichert. Zusätzlich sind in den Maschinen aber schon heute eine Vielzahl Sensoren verbaut, doch die produzierten Sensordaten werden nur zu einem Bruchteil oder gar nicht ausgelesen und genutzt. Genau hier setzen wir mit unserer Mission, technische Grenzen neu zu definieren und innovative Technologien in traditionellen Industrien zu etablieren, an.

Wie finanziert Ihr Euch?

In den ersten zwei Jahren haben wir vier Gründer uns durch Stipendien und eigene Ersparnisse finanziert. Im Mai 2018 hat talpasolutions ein Seed-funding vom Hightech Gründerfond und dem Gründerfonds Ruhr in Höhe von 1,5 Millionen Euro erhalten. Diese Investition hat es uns in den letzten anderthalb Jahren ermöglicht, unser Team zu verachtfachen sowie eine breite internationale Kundenbasis aufzubauen.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Wir haben ein tolles und kreatives Team aufgebaut, mit dem wir in der Lage sind, technische Grenzen und Marktbedingungen jeden Tag neu zu definieren und auszuloten. Mit Hilfe der diversen Datenquellen lösen wir die größten Herausforderungen der Schwerindustrie. Die Maschinen, für die wir Lösungen entwickeln, kosten in der Anschaffung nicht selten mehr als 3 Millionen Euro. Mit Hilfe unserer Lösungen können die Betreiber ihre Maschinen effizienter und gewinnbringender einsetzen. Man stelle sich vor, dass der Ausfall einer solchen Maschine schnell rund 200.000 Euro pro Stunde kostet und, dass solche Ausfälle durch unsere Datenanalysen und Wartungsprognosen vermieden werden können – daran sieht man, wie relevant unsere Lösungen für unsere Partner sind.

Wir stürzen uns also jeden Morgen ins Hustle, weil wir dafür brennen, unseren Kunden auf der ganzen Welt mit innovativen Technologien dabei zu helfen, die richtigen Entscheidungen zum richtigen Zeitpunkt zu treffen. Die Möglichkeiten, die Datenanalysen bieten, voll auszunutzen und tagtäglich neue Erkenntnisse zu gewinnen: Das ist unsere Motivation und das, was uns früh aufstehen lässt und uns nicht aufgeben lässt, bis wir eine Lösung für die drängendsten und kostenintensivsten Probleme der Industrie haben.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Wahrscheinlich erwartet man, dass für Gründer eines Tech-Start-Ups Persönlichkeiten wie Elon Musk oder Brian Chesky die großen Vorbilder sind. Aber auch das Ruhrgebiet hat in der Vergangenheit erfolgreiche Unternehmer, wie die Albrecht Brüder hervorgebracht. Es sind also Persönlichkeiten aus der direkten Nachbarschaft, deren unternehmerisches Denken und Handeln uns mindestens genauso stark inspiriert wie die modernen Vorbilder. Schlussendlich verstehen wir unser tägliches Tun darin, Kollegen und Kunden zu motivieren, die digitale Transformation der doch meist sehr traditionellen Industrie aktiv mitzugestalten und unsere Vision mit Werten und einer positive Unternehmenskultur zu verwirklichen.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie/was baut Euch wieder auf?

Als Gründer eines Unternehmens, das datenbasierte Lösungen entwickelt, liegt es doch nahe, dass wir auch für unsere unternehmerischen Entscheidungen Kennzahlen, Benchmarks und Erfahrungswerte nutzen. So gehen wir auch vor und reflektieren unsere Entscheidungen regelmäßig. Praktisch bedeutet das zum Beispiel, dass wir am Ende der Woche mit allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern zum Friday Wrap-up zusammenkommen und uns gegenseitig von unseren wichtigsten Learnings der Woche berichten. Das trägt dazu bei, dass bei uns eine offene Fehlerkultur herrscht und wir uns, wenn´s mal nicht so rund läuft, nicht nur direkt darauf ansprechen können, sondern – noch viel besser – direkt gemeinsam daraus lernen und solche Fehler zukünftig vermeiden können. Ein anderer nicht unwesentlicher Baustein ist, dass wir schon beim Recruiting viel Wert darauflegen, dass Kandidaten in unser Team passen und die Unternehmenswerte schätzen. Krisen vermeiden wir also auch durch eine harmonische Teamkonstellation.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

In den letzten Monaten ist das Team von talpasolutions stark gewachsen, wir haben mittlerweile mehr als 35 Mitarbeiter. Wir haben es geschafft, unsere Marke in der Schwerindustrie zu etablieren. Dadurch, dass wir mittlerweile Projekte auf allen Kontinenten mit sehr namhaften Partnern haben, konnten wir uns einen Namen machen. In den kommenden Monaten werden wir unser Team weiter verstärken und weitere Industriezweige angehen, da wir uns bisher hauptsächlich auf die Bergbauindustrie konzentriert haben. Allen, die über unsere Entwicklung und unsere Meilensteine auf dem Laufenden bleiben wollen, empfehlen wir, unserem LinkedIn Kanal zu folgen oder regelmäßig unsere Website zu besuchen. Unsere Reise hat noch spannende Stationen vor sich.

Wieso habt Ihr den Titel „Start-up of the Month“ verdient?

Wir sind verdient „Start-up-of-the Month”, weil wir dem Ruhrgebiet eng verbunden sind und die Tradition der Region fortführen. Zum einen, weil wir die mit dem Ruhrgebiet untrennbar gekoppelte Schwerindustrie auf moderne Art und Weise im Hier und Heute von Essen aus weiterentwickeln. Zum anderen auch, weil uns viele kulturelle Eigenschaften des Ruhrgebietes grundsympathisch sind: Wir pflegen eine ehrliche Kultur klarer Worte – bei uns sagt man sich offen, wenn man etwas nicht gut findet. Wir lieben Mettbrötchen und Pommes Schranke. Freitagsnachmittags wird bei unserem „Friday-Wrap-Up“ schonmal ein Stauder Bier geöffnet und Diskussionen über den BVB und Schalke sind regelmäßig an der Tagesordnung – echte Ruhrgebiets-Klischees eben.

Bleib' auf dem Laufenden!

Noch mehr Start-up Trends, Events & News gibt es in unserem monatlichen What’s HUB Newsletter. Das Lifestyle-Format für alle die Start-up können.

Vielen Dank!