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Start-up of the month – Juni 2020: Dgree

Als Corporate Education Plattform für Unternehmen, Angestellte und Weiterbildungsanbieter möchte Dgree den Zugang zu beruflicher Weiterbildung demokratisieren und gleichzeitig die Administration dahinter digitalisieren. Mit der Plattform können Unternehmen die Prozesse betrieblicher Weiterbildung vereinfachen und automatisieren.

 

Wir haben das Start-up für euch interviewt und mit dem Team über die Idee und die nächsten Vorhaben gesprochen.

 

Was ist Eure Geschäftsidee?

Wir wollen den Zugang zu beruflicher Weiterbildung demokratisieren und gleichzeitig die Administration dahinter digitalisieren. Dgree ist eine Corporate Education Plattform für Unternehmen, Angestellte und Weiterbildungsanbieter. Mit unserer Plattform können Unternehmen die Prozesse der betrieblichen Weiterbildung vereinfachen und automatisieren. Die Mitarbeitenden wiederum können selbstbestimmt und eigenverantwortlich Lernangebote in Anspruch nehmen und diese mit ihren bisherigen Lerngewohnheiten verknüpfen. Auf Dgree.io stehen nicht nur analoge, formelle Lernangebote zur Verfügung, sondern auch ergänzende informelle Inhalte in digitaler Form. Dazu zählen z.B. Podcasts, TED-Talks, Webinare, Hörbücher oder Blogbeiträge, welche die formellen Lernangebote sinnvoll verlängern. Auf diese Weise entsteht ein individueller Lern-Feed für alle Nutzer*innen, der sich den individuellen Bedürfnissen anpasst. Mit einer zentralen Plattform machen wir Wissen auf breiter Basis leichter verfügbar im Unternehmen, Angestellte können sich zielgerichteter persönlich und fachlich weiterentwickeln und ihre Erfahrungen mit anderen teilen. Das ist die Voraussetzung dafür, dass Unternehmen langfristig wettbewerbsfähig und innovativ bleiben.

Wie verdient Ihr damit Geld und wer sind Eure Kunden?

Unsere Kunden sind vorwiegend mittelständische Unternehmen (KMU). Gegen eine geringe monatliche Nutzungsgebühr erhalten Mitarbeiter*innen Zugang zur Plattform. Hier gilt das Pay-per-Use-Prinzip, sodass auch wirklich nur nach den tatsächlichen Nutzer*innen abgerechnet wird. Zudem kann das Unternehmen interne und externe Weiterbildungsangebote für die eigenen Angestellten verfügbar machen und gegen eine monatliche Gebühr die Prozesse der betrieblichen Weiterbildung komplett digital und stark vereinfacht organisieren. Über den integrierten Marktplatz knüpfen wir zusätzlich zahlreiche innovative Anbieter von Workshops und Weiterbildungen an und erhalten bei erfolgreicher Vermittlung eine Provision.

Wie ist die Idee entstanden?

Die Idee zu Dgree ist aus unseren persönlichen Erfahrungen, zahlreichen Gesprächen mit Personalverantwortlichen, Coaches und anderen Akteuren aus unserem Netzwerk entstanden. Die Erkenntnis daraus war: Die Kluft zwischen den klassischen Formaten der beruflichen Weiterbildung und dem tatsächlichen Lernverhalten der meisten Angestellten wird immer größer. Es fehlt vielen Menschen einerseits ein leichter Zugang zu innovativen Inhalten und andererseits ist der Wissenstransfer in den Arbeitsalltag viel zu umständlich. Aus diesem Befund hat sich schrittweise unser Produkt entwickelt – eine dynamische Lernplattform, um Wissen zugänglicher und sichtbarer zu machen.

Wie finanziert Ihr Euch?

Wir arbeiten aktuell am Abschluss einer ersten Finanzierungsrunde, in deren Rahmen wir eine überschaubare Anzahl an Business-Angels für unsere Idee gewinnen möchten. Der Businessplan sieht vor, dass sich die Plattform nach den ersten drei Jahren finanziell selbst trägt. Wir setzen also auf ein tragfähiges Wachstum, das auch zu unserer Unternehmensphilosophie passt.

Was treibt Euch an, Euch jeden Morgen aufs Neue ins Startup-Hustle zu stürzen?

Uns treibt die Aussicht darauf, einen positiven Wandel der Arbeitswelt mit zu gestalten. Die Digitalisierung bietet viele Chancen, von denen aktuell aber nicht alle gleichermaßen profitieren. Die Ängste vor Jobverlust und Überforderung stehen gerade bei vielen Angestellten im Vordergrund. Unser Ziel ist es, das nötige Fach- und Methodenwissen auf breiter Basis verfügbar zu machen und damit Digitalisierung inklusiver zu gestalten.

Ihr steht als Unternehmer noch am Anfang. Wer sind Eure Vorbilder und warum?

Vorbilder sind für uns Unternehmer*innen, die einen ganzheitlichen Ansatz verfolgen. Das heißt konkret: Ein Unternehmen ist aus unserer Perspektive ein Mittel, um einen gesellschaftlichen Mehrwert zu erzeugen. In Form von Einkommen für die Angestellten, in Form von sinnvollen Produkten und Dienstleistungen für die Kunden und in Form von technischen oder sozialen Innovationen. Finanzieller Gewinn ist dabei ein Werkzeug, das die oben genannten Funktionen erst ermöglicht und daher ein wesentlicher Bestandteil einer jeden Unternehmung ist. Aber die Gewinnmaximierung sollte niemals der alleinige Zweck sein. Vorbilder sind für uns daher Unternehmer*innen mit einem langfristigen Fokus und einem Sinn für das Gemeinwohl.

Wenn’s mal nicht so rund läuft, was ist Eure Krisen-Strategie/was baut Euch wieder auf?

Wenn etwas nicht so rund läuft, hilft es sehr, kurz inne zu halten und den Kopf frei zu bekommen. Mit etwas Abstand und aus einer anderen Perspektive sind viele Probleme sehr viel besser lösbar, als wenn man sich immer weiter hineinsteigert und den Blick für’s Wesentliche verliert. Unsere Familie ist dabei natürlich eine große Hilfe, denn wir realisieren jeden Tag auf’s Neue, dass Arbeit nicht alles im Leben ist. Eine gesunde Balance ist wichtig für uns persönlich und für unser Unternehmen.

Wie geht ihr mit der aktuellen Corona-Krise um? Vor welche Herausforderungen stellt sie euch und was sind evtl. Learnings?

Wir waren zum Glück schon vor Corona komplett remote aufgestellt, d.h. ohne festes Büro, die Zusammenarbeit komplett digital und in der Cloud. Diese Form der Zusammenarbeit praktizieren wir seit Jahren und mussten uns entsprechend nicht groß umstellen. Allerdings ist das Zusammenspiel von Familie, Kinderbetreuung, Haushalt und Arbeit durch die Kita-Schließung komplizierter geworden. Eine Herausforderung ist natürlich auch die Verunsicherung auf Seiten unser Pilotkunden und Investoren. Viele Gespräche standen Mitte März kurz vor dem Abschluss oder waren weit fortgeschritten. Nach 4-6 Wochen Stillstand kommt nun zwar wieder etwas Fahrt rein, aber es ist absehbar, dass wir unseren ursprünglichen Zeitplan für 2020 nur in Teilen einhalten können. Das ist etwas frustrierend. 

Aber wir machen das Beste daraus und haben die Zeit dafür genutzt, unsere Plattform wesentlich weiterzuentwickeln. Es gab einen richtigen Sprung in der UX und in der Funktionalität, weil wir uns komplett darauf fokussieren konnten. In den jetzt wieder anlaufenden Verhandlungen mit Kunden und Investoren merken wir, dass dieser Einsatz sehr gut ankommt. Und unser Produkt und die Relevanz von digitaler und flexibler Weiterbildung wird durch Corona in den nächsten Jahren einen großen Schub erhalten, da sind wir uns sicher.

Wo steht Ihr gerade und was sind Eure nächsten Meilensteine?

Wir sind seit Februar 2020 mit einer ersten voll funktionsfähigen Test-Version unserer Plattform im MVP-Modus online. Im Juni 2020 gehen wir dann – bis dahin alles eigenfinanziert – mit unserer Plattform live. Wir suchen einerseits nach einer Finanzierung, um die Plattform schnell weiterentwickeln zu können. Andererseits führen wir konkrete Gespräche mit potenziellen Pilotkunden und schalten laufend neue Anbieter für die Plattform frei, um unser Weiterbildungsportfolio zu erweitern.

Wieso habt Ihr den Titel „Start-up of the Month“ verdient?

Diese Fragen können wir natürlich aus der Innenperspektive nicht sonderlich gut beantworten, das Urteil müssen andere fällen. Was wir aber aus Überzeugung sagen können, ist, dass Weiterbildung zukünftig einen sehr hohen Stellenwert in unserer Gesellschaft benötigt, damit die Unternehmen hierzulande wettbewerbsfähig und innovativ bleiben. Durch die rasanten Veränderungen, gerade auch in Zeiten von Corona, werden Unternehmen und Angestellte vor große Herausforderungen gestellt. Je besser sich jeder Einzelne darauf vorbereiten kann, desto zukunftsfähiger und resilienter werden wir insgesamt als Gesellschaft sein. Kurzum: Die Idee hinter Dgree passt sehr gut ins aktuelle Geschehen.

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